„Die mag vielleicht gut sein, aber die stinkt“ – Interview mit Borger/Müller

Diesmal wird nicht ein-, sondern ausgeschüttet. Karla Borger und Svenja Müller treten als Interimsteam bei der Beachliga an und stellten sich als erstes unseren Fragen.

Was wolltest du früher werden?

Svenja: Früher wollte ich zur Polizei. Jetzt nach dem Abitur würde ich schon studieren wollen, aber ich weiß noch nicht genau was.

Karla: Es gab eine Zeit, in der ich das mit der Polizei auch ganz cool fand. Ganz früher wollte ich irgendwas mit Häusern machen, also in die Richtung Architektur.

 

Wurdest du schon mal erkannt?

Svenja: Als ich Dortmunds Sportlerin des Jahres wurde, wurde ich im Zug angesprochen, ob ich das sei.

Karla: Im Raum Stuttgart passiert es schon öfter. Und die Leute aus der Sportabteilung vom SWR erkennen mich häufiger auf der Straße. Eine Zeit lang war ich auf dem Plakat einer Wasserfirma zu sehen und wurde dadurch öfter erkannt.

 

Lieber Stadt- oder Strandturnier?

Svenja: Strand

Karla: Strand, weil man da Warm up Felder hat.

 

Was ist eure Lieblingssportart außer Volleyball?

Svenja: Ich schau gerne Handball, weil ich früher auch gespielt habe. Selber spielen dann eher Basketball und Badminton in der Schule. Viel Zeit für anderen Sport bleibt nicht mehr.

Karla: Basketball, wegen meiner Brüder und ansonsten auch Badminton.

 

Lieber einen Sieg im Tie Break oder totale Dominanz?

Karla: Ich würd schon Dominanz sagen, aber für die Zuschauer ist es im Tie Break bestimmt interessanter.

Svenja: Ja, ich glaub auch Dominanz.

 

Und eine Aufholjagd?

Karla: Ja, das stimmt, wenn man 1:7 hinten liegt und dann noch gewinnt. Das ist schon cool.

 

Was war dein letzter Fehlkauf?

Svenja: Ich hab mir vor ein paar Monaten einen knallorangefarbenen Pulli gekauft, weil ich dachte: Kann man vielleicht irgendwann mal tragen. Ich hatte ihn nie an und hab ihn dann in die Altkleidersammlung gesteckt.

Karla: Ich hab mir eine Hautcreme von meiner Hautärztin gekauft, weil ich immer so trockene Haut hab und das durch den Sand ja nicht besser wird. Die Creme mag vielleicht gut sein, aber die stinkt.

 

Was ist dein Lieblingsangriff?

Karla: Ich mach tatsächlich vom Gefühl her am liebsten den Rainbow. Der geht leider nicht so oft, aber wenn, dann kann man den Gegner sich so dermaßen scheiße fühlen lassen. Man weiß allerdings auch wie es ist, wenn man so einen hinten rein bekommt.

 

Was treibt dich voran?

Svenja: Bei mir ist es, dass ich irgendwann mal zu Olympia möchte und dass mich das so vorantreibt. Ja, das ist so mein großes Ziel.

Karla: Ich habe immer so ein bisschen im Kopf: Vollgas. Ich merke, dass ich das Ziel brauche, alles zu geben. Vor Rio beispielsweise hatte ich mir bei Sprungtests immer die olympischen Ringe vorgestellt. Immer dieses „Ich will zu Olympia“, das ist voll krass. Du machst zwei Sprünge und denkst dir, „Ich will zu Olympia“ und du weißt, dass der Sprung beim Test dann einfach höher wird.

 

Hast du ein Ritual vor jedem Spiel?

Svenja: Das einzige, was ich immer vor jedem Spiel mache, ist auf Toilette zu gehen.

Karla: Auch auf Toilette gehen (lacht). Ja, auch nichts Bestimmtes. Sonnencreme, Kappe, Brille putzen, Kappe nochmal richten.

 

Was bringt dich dazu gegen den Pfosten zu treten?

Karla: Wahrscheinliche unfaire Entscheidungen vom Schiedsrichter, abgesehen davon würde ich es nicht machen, weil es weh tut.

 

Auch durch den Gegner?

Karla: Ne, das wäre blöd, wenn du zeigst, dass du dich ärgerst, weil der Gegner irgendetwas gemacht hat.

Svenja: Bei mir wäre es ähnlich. Auch wenn der Schiedsrichter irgendwelche Entscheidungen trifft, die völlig Banane sind.

 

Wie reagierst du auf „schlechte“ Schiedsrichter?

Karla: Man muss es halt irgendwie akzeptieren, weil du weißt, dass der da erstmal nicht runtergeht. Mich können Fehlentscheidungen schon richtig aggressiv machen im Sinne von motivierend. Also, dass ich mich richtig drüber aufrege und das dann auch jeder sieht, dass ich genervt bin. Ich habe aber die Erfahrung gemacht, dass mich das unglaublich pusht. Ich bin dann noch motivierter, den nächsten Punkt zu machen, um es dann dem Schiedsrichter zu zeigen. Es kommt eben noch mal mehr Schwung rein, wenn man etwas aggro wird.

Svenja: Vor 2 Jahren habe ich mich noch extrem darüber aufgeregt, aber jetzt mit der Zeit wird es schon besser.

 

Was war dein bisher prägendster Moment im Beachvolleyball?

Karla: Was krass war, war die WM 2013, wo keiner erwartet hat, dass wir so weit kommen (Borger/Büthe wurde 2.). Die Vorberichterstattung hatte uns so einen 17. zugetraut, vielleicht noch einen 9. Wir waren aber echt in Schuss und waren gefühlt gut drauf. Meine Partnerin hatte vor dem Turnier schon ein paar Probleme mit den Bauchmuskeln und dann im Viertelfinale so Schmerzen, dass sie gar nicht mehr richtig springen und sich bewegen konnte. Wir lagen hinten und sie wollte den Arzt nicht rufen. Dann habe ich sie auf der Bank angekackt, entweder sie spielt jetzt richtig oder sie ruft den Arzt, bzw. wir nehmen ein Medical Timeout. Das tut einem auch selber weh, weil du weißt, sie hat Schmerzen und spielt nicht absichtlich so. Sie ist auch gar nicht der Typ, dass sie dann mal laut wird oder aggressiv. Dann sitzt sie neben mir und kackt mich an: Ne wir spielen jetzt! Und ich war so: Wow, was ist denn jetzt los?“ Dann sind wir aufs Feld gegangen und haben das Spiel noch ganz knapp gewonnen. Dieser Moment, dass sie verletzt ist, trotzdem noch die 3 Spiele durchzieht und wir dann nur knapp im Finale verlieren. Das war im Nachhinein auch nochmal abgefahren.

Svenja: Ich spiele jetzt noch nicht sooo lange Beachvolleyball und einen richtig prägenden Moment hatte ich noch nicht. Aber ich würde sagen die ganze U18 Europameisterschaft, weil wir beide Blocker waren und viele sich gefragt haben, wie man denn 2 Blocker dahinschicken könne. Wir haben dann auch über das ganze Turnier befreit gespielt, denn verlieren konnten wir eh nichts (Sie wurden in dem Turnier U18-Europameister).

 

Was war deine bisher schlimmste Verletzung?

Karla: Definitiv meine Bandscheiben-OP 2015 in Japan. Damals lief noch heiß die Olympia-Qualifikation. Wir haben gegen Holtwick/Semmler gespielt und waren allein auf dem Side-Court beim Warmmachen. Dann wollte man auch irgendwie zeigen, dass man fit ist (lacht) und ich habe so einen dermaßen Sprung gemacht, bei dem ich gemerkt habe, dass hinten irgendetwas passiert ist. Die Physio meinte, es sieht gut aus und wir haben angefangen zu spielen. Ich konnte mich während des Spiels nicht auf die Bank setzen, weil es mir so wehgetan hat und wir haben so gut gespielt. Es war einfach so ein krasses Spiel. Ich habe halt mit Adrenalin gespielt und nicht gemerkt, dass ich ein Bandscheibenproblem hatte. Das Spiel war unglaublich gut, es lief einfach alles. Einmal habe ich in der Abwehr 5 Bälle hintereinander erlaufen, weil ich immer wusste, was sie macht. Danach kam die EM, wo ich noch angefangen habe, zu spielen. Eine Bandscheibe auf den  Nerv gedrückt und ich musste operiert werden. Das war genau in der Olympia-Quali, als Laura und Kira gerade anfingen abzusahnen.

Svenja: Ich hatte zum Glück noch keine Verletzung, also zum Beispiel keinen Bänderriss, also toi toi toi. Das einzige, was ich hatte, war Pfeiffersches Drüsenfieber. Da konnte ich sieben Monate keinen Sport machen.

 

Wie kriegst du den ganzen Sand aus dem Bad?

Karla: Putzfrau, nein Spaß. Ich mach das selber. Ich versuch erst keinen Sand mit nach Hause zu bringen. Das funktioniert nicht. Momentan schon allein, weil man an den Courts nicht duschen kann. Man kommt nach Hause, zieht die Socken aus und alles ist voller Sand.

Svenja: Ich merk meistens gar nicht, dass ich so viel Sand mitgebracht habe bis sich meine Mutter beschwert. Das Auto muss ich nach jedem Training aussaugen.

Karla: Der Trick ist, sich in der Dusche auszuziehen.

 

Schon Pläne, was nach dem Profisport kommt?

Svenja: Naja, die Profikarriere hat ja noch nicht so richtig angefangen.

Karla: Ich hab gerade ein Projekt am Laufen, aber da darf ich noch nichts drüber sagen. Das wird auf jeden Fall was für die Zukunft.

 

Könntest du dir denn vorstellen irgendwann mal als Trainerin tätig zu sein?

Svenja: Das ist alles noch so weit weg, aber prinzipiell vorstellen könnte ich mir das schon.

 

Karla, wann kann man mit näheren Details rechnen?

Karla: Am liebsten würde ich es sofort erzählen, aber das hängt jetzt alles davon ab, ob Olympia nächstes Jahr stattfindet. Bis Herbst würde ich da aber schon gerne was haben.

 

Wer gewinnt die Liga der Männer?

Karla: Ich tippe John/ Sievers. Ich gehör zum Dan John Fanclub.

Svenja: Ich tippe Walkenhorst/ Winter

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