„Am liebsten würde ich einen Saltoschlag machen“ – Interview mit Klinke/Ottens

Klinke/Ottens

Weiter geht’s mit Leonie Klinke und Lena Ottens. 2013 trafen sie im U17 Bundespokal aufeinander. Heute treten sie Seite an Seite gegen sieben der besten Teams Deutschlands an.

Welchen Beruf hatten sich deine Eltern für dich vorgestellt?/ Was wolltest du früher werden?

Leonie: Ich wollte früher Frisörin werden und hab an meiner Schwester probiert. Meine Mama hat dann gesagt: Okay, ich glaube das ist kein Beruf für dich. Ansonsten haben meine Eltern keine feste Vorstellung. Ich soll was finden, das eine Leidenschaft für mich ist, wofür ich brenne und was ich wirklich machen möchte.

Lena: Bei mir war es von der Seite meiner Eltern aus ähnlich. Sie haben mir da nichts Bestimmtes vorgegeben oder sich für mich gewünscht. Bei mir war es Allgemeinmedizin, also Ärztin zu werden.

 

Wurdest du schon mal erkannt?

Beide: Nein

Leonie: Von Familie und Freunden vielleicht (lacht)

Lena: Wenn, dann in Volleyballkreisen.

 

Lieber Stadt- oder Strandturnier?

Lena: Ich find Strand immer schöner, weils einfach am Strand ist. Da hat man schon schönere Aussichten. In den Städten ist es auch schön, weil viele Leute einfach stehen bleiben, zwischendurch zuschauen und dadurch mehr Lust auf Beachvolleyball kriegen. Beim Strand ist es ja so, dass man da mehr oder weniger schon gezielt hinfahren muss.

Leonie: Ich schließ mich da Lena an.

 

Was ist deine Lieblingssportart außer Volleyball?

Lena: Zum Zuschauen finde ich Leichtathletik richtig toll. Das macht einfach richtig Spaß zuzuschauen und es auch selbst zu machen eigentlich. Ich schaue auch gerne Fußball.

Leonie: Ich spiel gerne selber Tennis. Also, wenn ich nicht Beachvolleyballspielen würde, würde ich glaube ich Tennis spielen und zuschauen: alle möglichen Sportarten. Gerade die Olympischen Spiele sind das beste Beispiel. Es ist einfach cool Einblicke in andere Sportarten zu kriegen, da mit zu fiebern und zu sehen, was die Profis da vorzeigen können.

 

Lieber Sieg im Tie Break oder totale Dominanz?

Lena: Kommt ganz drauf an gegen wen man spielt. Ich würde aber schon eher sagen ein deutliches 2:0.

Leonie: Ja. Ich glaube aber manchmal bedeutet ein Sieg im Tie Break mehr, weil man eben Phasen im Spiel hat. Meistens kommt man ja in den Tie Break, weil es Phasen im Spiel gibt, die nicht so gut klappen oder man mal eine Hänger hat oder die Gegner einfach auch gut spielen. So ein Spiel dann zu gewinnen, bedeutet oftmals schon mehr.

 

Wäre eine Aufholjagd besser?

Lena: Ja. Also 2:0 gewinnen mit Aufholjagd (lacht).

 

Was war dein letzter Fehlkauf?

Lena: Schuhe, die man nie getragen hat. Meistens Sachen, die reduziert sind und ich mir denke: Ja, die muss ich jetzt haben und dann zieht man sie doch nicht an.

Leonie: Die Schnäppchenfalle. Schwierig. Mir fällt gerade noch kein Fehlkauf mehr ein.

 

Was ist dein Lieblingsangriff?

Leonie: Am liebsten würde ich einen Saltoschlag machen.

Lena: Wenn wir das jetzt verraten, verraten wir ja unsere größte Waffe.

 

Was treibt dich voran? Habt ihr eine Motivation?

Lena: Ich würde schon sagen, bei mir ist das Ziel, irgendwann mal bei Olympia teilzunehmen und am besten noch eine Medaille zu gewinnen. Das Ziel treibt einen natürlich an, aber die Sportart an sich ist auch einfach geil. Es macht Spaß zu zocken, es ist geil sich selbst weiterzuentwickeln und an sich arbeiten zu können.

Leonie: Besser zu werden, würde ich ganz klar sagen. Egal, was man anfängt im Leben, wenn man es nicht übt oder trainiert, wird man nicht besser. Also einfach besser werden im Beachvolleyball, Bewegungen perfektionieren usw.

 

Hast du ein Ritual vor jedem Spiel?

Leonie: Musik hören, würde ich sagen. Einfach nur, um sich einzustellen.

 

Welche Musik?

Leonie: Ich bin total klassisch, ich gehe immer mit den Top 100 mit (lacht).

Lena: Und ein paar Oldies sind auch manchmal dabei.

Leonie: Ansonsten hat auch jeder Spieler ein routiniertes Aufwärmen.

 

Was bringt euch im Spiel dazu, gegen den Pfosten zu treten?

Leonie: Dafür hätte ich zu viel Angst vor dem Pfosten. Aber eher die eigenen Fehler. Die Ungeduld in mir würde mich zum Pfostentritt bringen, wenn ich merke, ich mache immer wieder die gleichen Fehler.

Lena: Geht mir ähnlich, wenn man immer wieder das gleiche falsch macht.

 

Wie reagiert ihr auf „schlechte“ Entscheidungen?

Lena: Oh, wir sind da ganz schlecht drin. Wir versuchen dann immer mit dem Schiedsrichter zu diskutieren, aber sind dann schnell wieder: Ja, ok, weiter geht’s und versuchen dann einfach mit unserer Performance zu überzeugen und sagen: Ok, dann halt die anderen Punkte.

Leonie: Also schlagfertig sind wir nicht (lacht).

 

Was war euer bisher prägendster Moment im Beachvolleyball?

Leonie: Für mich war das, als ich zum ersten Mal mit Lena bei der Quali der Techniker Beach Tour gespielt habe und wir da zum ersten Mal, gerade als Jugendspieler, die Quali geschafft haben. Das war in Nürnberg. Das war für mich der prägendste und auch schönste Teammoment.

Lena: Oh, süß. Also den Moment fand ich auch ganz toll (lacht), aber bei mir ist die U18-EM nochmal deutlicher hängengeblieben.

 

Was war bisher eure schlimmste Verletzung?

Lena: Bei mir war es ganz klar die Schulter, also der Schlagarm. Da wurde ich auch schon operiert und war dann eine ganze Saison raus.

Leonie: Für mich war das die Herz-Rhythmus-Störung. Vermutlich ist die genetisch bedingt, also angeboren.

 

Wie bekommt ihr den ganzen Sand aus dem Bad?

Lena: Ab und zu muss mal gesaugt werden, ansonsten versuche ich mich in der Dusche auszuziehen, damit nur die Dusche sandig wird.

Leonie: Oder man akzeptiert einfach das Gefühl unter den Füßen.

 

Habt ihr schon Pläne, was ihr nach der Beachvolleyballkarriere machen wollt?

Beide: Ne, noch gar nicht (lachen).

Lena: Trainerin könnte ich mir vorstellen, weil es schön ist, das Wissen, das man selber gelernt hat, weiterzugeben.

Leonie: Solange ich noch selber aktiv spiele, kann ich mir Trainersein noch nicht vorstellen. Danach schon.

 

Wer gewinnt die Liga der Männer?

Lena: Ich fänd Dan und Milan cool. Da würde, glaube ich, keiner mit rechnen.

Leonie: Jetzt muss ich ja etwas anderes sagen. Dann sage ich Walkenhorst/Winter.

 

Die Kombi haben Borger/Müller auch genommen.

Leonie: Dann nehmen wir etwas ganz anderes (lacht).

Lena: Ja gut, ich bleib dabei.

Leonie: Ich änder meine Meinung, einfach damit es interessanter bleibt. Ich nehm Kühlborn/Glücklederer.

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