„Da müsste privat wirklich super viel schieflaufen“ – Interview mit Gernert/Schulz

Gernert/Schulz

Die erfolgreichste Deutsche Tour-Spielerin Melanie (Melli) Gernert und das Nachwuchstalent Sarah Schulz machen die erste Handvoll komplett! Zum ersten Mal hat das Team auch eine Message an die Community!

Aufruf von Gernert/Schulz:

Wir fanden den Aufruf super, dass nicht nur die Nationalteams alle Follower verdienen. Wir bemühen uns auch, coole Storys zu machen und sitzen genauso dahinter. Klar sind wir nicht ganz so spannend, weil wir nur in Deutschland unterwegs sind, aber wir sind eigentlich ganz Coole und es sind auch ganz witzige Storys dabei 🙂

Es ist Wahnsinn, wer da alles zuschaut und wie die Zahlen sich auch selbst unter der Woche entwickeln. Es ist cool, wieviele Volleyball-Verrückte da draußen sind und sich das Ganze antun und auch Spaß dran haben. 

 

Was wolltet ihr früher werden?

Melli: Meine Eltern haben mir immer empfohlen, bezahlter Urlauber zu werden. Den Berufswunsch hege ich immernoch.

Sarah: Ich wollte ganz früher mal Tierärztin werden, aber dann habe ich mal eine Folge von Willi will’s wissen geguckt, wo er Tierarzt war und das fand ich nicht so cool :-). 

 

Wurdet ihr schonmal erkannt?

Sarah: Erkannt wird man glaube ich schon, aber es ist nicht so wie bei irgendwelchen Sängern, so „Omg, das ist Melanie Gernert!“. Volleyballer wissen, wer man ist, aber das ist alles recht freundschaftlich.

Melli: In Berlin auf BeachMitte sind viele, die Volleyball spielen und den Bezug dazu haben, da ist es dann normal, aber da kommt auch keiner und sagt: „Ich möchte unbedingt ein Foto mit dir“. Man wurde mal angequatscht, wie denn das letzte Turnier lief und so, aber das hat keinen Stareffekt. Ich war mal mit Kira in Hamburg unterwegs, da war das anders.

 

Lieber Stadt- oder Strandturniere?

Sarah: Strand, weil da direkt Urlaubsfeeling mit dabei ist. 

Melli: Ja Strand, das gehört zum Beachvolleyball.

 

Was ist eure Lieblingssportart außer Volleyball?

Melli: Ich habe früher Eishockey gespielt, deshalb gucke ich mir das gern immernoch an. Das ist im Sommer aber ein bisschen schwierig zu praktizieren und im Winter ist es meist auch nicht mehr so kalt, dass der Teich zufriert. Eislaufen mache ich aber schon noch. 

Sarah: Ich habe tatsächlich mal Eiskunstlaufen gemacht, aber anschauen tue ich es mir trotzdem nicht :-).

 

Lieber knapp im Tiebreak gewinnen oder dominieren?

Sarah: Es kommt drauf an. Von der Belastung her dominieren, das merkt man jetzt vor allem, aber von der Spannung her ist es langweilig, hoch zu gewinnnen. Beim Tiebreak ist es viel spannender aufregender, deswegen eher so. 

Melli: Emotional ist es einfach der Tiebreak. Wenn du da bis zum letzten Punkt noch nicht weißt, was passiert und dann doch noch den letzten im Feld versenkst hat das schon einen ganz anderen Stellenwert. 

 

Was war euer letzter Fehleinkauf?

Sarah: In der Corona-Phase habe ich mir ganz viele komische Sachen bestellt, weil man dachte: Ach, was zu tun, mal etwas anprobieren. Da habe ich ein paar Klamotten bestellt, die waren dann doch nicht so cool. 

Melli: Ich hatte letztens so Timberland-Schuhe bei Kleiderkreisel reingestellt, da hat meine Freundin gesagt: Wie oft hast du die jetzt eigentlich getragen? Und ich so: Zweimal? Das könnte es gewesen sein.

 

Was treibt euch voran?

Sarah: Für mich ist das der Spaß an der Sache und am Training. Mir macht es mega Spaß zu spielen und zu trainieren und das motiviert mich. Ich habe keinen Spruch oder so, aber Spaß beschreibt es ganz gut. 

Melli: Ich habe mir immer aus Spaß gesagt, ich mache das Ganze noch solange, bis die Jugend gegen mich gewinnt. Jetzt ist natürlich Sarah in meinem Team, aber wenn ich dann sang- und klanglos untergehe, dann höre ich auf :-). 

 

Was bringt euch dazu, gegen den Pfosten zu treten?

Melli: Da müsste man Clemens mal fragen, was er da hatte. Ich glaube aber da gibt es nichts. Wir sind beide nicht so die emotionalen Typen, dass wir sagen: Der Pfosten hat’s verdient. Da müsste privat wirklich super viel schieflaufen.

No front an Clemens Wickler.

 

Wie reagiert ihr auf „schlechte“ Schiris?

Melli: Man sagt ja, im Alter wird man cholerischer. Ich fange jetzt öfter mal an, zu diskutieren. Ich lasse ihn noch leben, das ist kein Problem, aber ich teile ihm dann auch schon meine Unzufriedenheit gern mal mit.

Sarah: Auf jeden Fall das Gespräch suchen, Ausrasten ist nicht so unsere Stärke.

Melli: Ich habe bisher in meiner Spielzeit einmal eine gelbe Karte gekriegt, da habe ich hinterm Feld gefragt, ob es sein Ernst ist. Er meinte, er müsste mir ne Gelbe gegen, aber die Frage war völlig zurecht, weil er völligen Quatsch gepfiffen hat.

 

Was war bisher euer prägendster Moment im Beach-Volleyball?

Sarah: Bei mir war das letztes Jahr, als ich Vize-Europameisterin geworden bin. Das war die Rückmeldung: Krass, man kann auf dem Alter schon mithalten. 

Melli: Ich geh mit dem Finale in Timmendorf mit. Dort unten zu sitzen und die Menge, die dann auf dich schaut in der Ahmann-Hager-Arena war schon ein Moment, den ich nicht vergessen werde. Natürlich hat sich jeder mal gewünscht, dort zu stehen, aber ich hätte es mir nicht vorgestellt. 

 

Was war bisher eure schlimmste Verletzung?

Sarah: Ich habe mir meinen kleinen Finger gebrochen.

Melli: Mehr noch nicht passiert? Oah… Haben wir ne Stunde Zeit jetzt? 🙂 Ich habe mir die Schulter operieren lassen und der Heilungsprozess war einfach ernüchternd. Wenn man den Arm wieder so einen Centimeter anheben kann und der Arzt völlig ausrastet, dass das super ist, das nervt schon. Die ganzen Fingerverletzungen zähle ich jetzt gar nicht erst auf. 

 

WIe kriegt ihr den ganzen Sand aus dem Bad?

Sarah: Gar nicht :-). Ich glaube es ist einfach unmöglich.

Melli: Wir haben Anti-Rutsch-Socken. Wenn sich die erste Schicht Sand gebildet hat, muss man sich so Sachen einfallen lassen. 

 

Habt ihr schon Pläne, was nach dem Profisport kommt?

Sarah: Ich studiere nebenbei noch Architektur und wenn ich mal alt genug bin, um mit Volleyball aufzuhören würde ich versuchen im Bereich Architektur mehr Aufmerksamkeit zu bekommen. 

Melli: Ich arbeite ja schon im Online Marketing-Bereich. Ich will aber auch auf alle Fälle dem Sport treu bleiben, mal gucken, was sich da noch für Möglichkeiten ergeben. Kommentieren hat mir auch großen Spaß gemacht! Vielleicht ja nächste Woche bei den Männern nochmal :-). Aber Beachvolleyball möchte ich nie ganz den Rücken zukehren.

 

Wer gewinnt die Liga der Männer?

Melli: Alex mit Sven sehe ich natürlich mit vorne, Eric Stadie ist auch immer für eine Überraschung bereit.

Sarah: Und Beni Sagstetter ist auch ziemlich gut, ich glaube die beiden könnten auch weit vorne landen.

Melli: Wobei ich Johni mit Sievers auch nicht unterschätzen würde. Ach komm, wir gönnen es mal dem Alex, dass er jetzt nebenbei auch noch das Ding schaukelt. 

Ein Gedanke zu „„Da müsste privat wirklich super viel schieflaufen“ – Interview mit Gernert/Schulz“

  1. „Ich lasse ihn noch leben…“ *laut-lach* beste Aussage bisher! Und die Anti-Rutsch-Socken sind ein sehr gutes Mittel 😉 und nein, der Pfosten hat es nicht verdient. No Front an Clemens Wickler 😀

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