„Mir rieselt auch nach dem Duschen noch Sand aus der Brustbehaarung“ – Interview mit Betzien/Westpal

Dirks Veganer-Buddies, die sich frisch für die Saison zusammengefunden haben

 

Welchen Beruf hatten sich deine Eltern für dich vorgestellt?/ Was  wolltest du früher werden?

Max: Ich wollte Müllmann werden, weil bei uns zu Hause die Müllabfuhr gegenüber war. Förster war aber auch einmal einer meiner Berufswünsche.

Dirk: Ganz ganz früher wollte ich immer Tierfänger werden, weil ich fand es immer ganz wichtig, dass in Zoos auch Tiere da sind. Das war dann immer mein Faschingskostüm bis ich rausgefunden habe, dass das vielleicht doch keine so gute Idee ist.

Wurdest du schon mal erkannt?

Dirk: Tatsächlich letztens beim Bäcker und da meinte einer so zu seinem Freund: „Guck mal, das ist voll der krasse Volleyballer.“ Das war vor zwei Wochen, aber es war ganz komisch, weil das war mitten in Berlin, wo man eigentlich in seiner Anonymität lebt.

Max: Bei mir war es witzigerweise auch ungefähr vor zwei Wochen in Königs Wusterhausen und das war auch ein Sponsor von den Netzhoppers, der mich kannte und meinte nur: „Bist du nicht der Partner von Dirk oder Jony?“ Und dann musste ich mich zu erkenne geben, obwohl ich mich ganz vermummt hatte.

Lieber Stadt- oder Strandturnier?

Dirk: Ich für meine Teil mag  lieber Strandturniere, weil ich es auch ganz gerne hab, wenn ein konstanter Wind von einer Seite kommt. Bei den Stadtturnieren habe ich immer das Gefühl, dass die Court ein bisschen uneben sind und da fühl ich mich nicht so wohl. Die Atmosphäre am Strand ist auch ein bisschen nicer mit den ganzen Touristen und Urlaubern.

Max: Das würde ich auch so unterschreiben. Lieber am Strand.

Was ist deine Lieblingssportart außer Volleyball?

Dirk: Tischtennis spiel ich ganz gerne. Im Fernsehen guck ich ganz gerne American Football. Das ist der Sport der mich so ein bisschen fasziniert. Mir geht es da nicht so um die Gewalt, sondern eher um das taktische Verständnis.

Max: Bei mir auch American Football und in letzter Zeit hab ich auch viel Basketball geguckt. American Football aber dann eher, weil es ein bisschen tiefgründiger ist mit den ganzen Regeln.

Lieber Sieg im Tie Break oder totale Dominanz?

Max: Bei der Beachliga auf jeden Fall dominieren. Bei der Belastung: Ansonsten ist man natürlich noch euphorischer, wenn man knapp gewinnt.

Dirk: Also ich find beides echt schön. Ich bin da eher pragmatisch und sag: Hauptsache, ich gewinn das Spiel. Es ist ein bisschen stressfreier, wenn man den Gegner doch dominiert, aber ich würd mich da am Ende nicht festlegen wollen. Als Zuschauer will man klar lange Ralleys sehen, einen knappen Tie Break- Gewinn, vielleicht nochmal ein Comeback.

Was war dein letzter Fehlkauf?

Max: Bei mir ne Sonnenbrille, die ich dann verloren hab.

Dirk: Ich hab mir letztens einen Greenscreen gekauft, hab ihn einmal benutzt und dann wieder weggestellt. Wenn jemand einen Greenscreen braucht, kann er sich gerne an mich wenden.

Habt ihr irgendeinen Motivationsspruch oder ein Motto, das euch vorantreibt?

Dirk: So einen Spruch oder ein Mantra hab ich nicht.

Max: Ich sag mir oft, dass ich es mache, w eil es mir Spaß macht und dann kommt automatisch die Spielfreude. Also auch kein konkreter Spruch.

Habt ihr ein Ritual vor euren Spielen?

Dirk: Naja, wir spielen noch gar nicht lange zusammen, wir hatten gestern unsere zwei ersten gemeinsamen Spiele. Da ist es mir passiert, dass ich mich auf den falschen Stuhl gesetzt habe, Max sitzt nämlich von uns ausgesehen jetzt immer auf dem Rechten. Jedenfalls hat er mich dann gebebten, den linken Stuhl zu nehmen – wenn ich jetzt für Max spreche, ist das vielleicht sein Ritual. Aber nochmal zur Frage zurück; außer dem Einspielen und der Taktikbesprechung gibt’s nichts.

Was würde euch dazu bringen gegen den Pfosten zu treten?

Dirk: Wir sind eher so die ruhigen Typen, darum würde es wahrscheinlich schon ziemlich viel brauchen, dass das passiert… Also generell gegen den Pfosten zu treten ist eigentlich dumm. Der Wickler hat sich dabei doch den Fuß gebrochen. Wenn ich meine Frustration auslebe und mich nicht mehr unter Kontrolle habe, sieht man mich häufig Sand schmeißen oder in den Sand treten.

Max: Ich würde noch eher Dirk treten!

Dirk: Vielleicht eine schlechte Moderation aus twitch, wenn da Blödsinn über mich erzählt werden würde.

Wie reagiert ihr im Spiel, wenn ihr auf „schlechte“ Schiedsrichter trefft?

Dirk: Als Team kann man das ja wirklich noch nicht sagen, da wir erst zwei Spiele zusammen gespielt haben. Ich für meinen Teil rede mir dann ein, dass das auch nur Menschen sind – auch wenn man das manchmal nicht glauben will. Die machen das ja nicht, weil sie dir beim Turnier unbedingt ans Bein pinkeln wollen. Das ist einfach nur ihre subjektive Einschätzung, keiner macht das irgendwie mit Absicht. Von daher reagiere ich in solchen Situationen doch mit Verständnis.

Max: Bin ich auch eher der Ansicht, dass man da ruhig bleiben soll und nicht gleich jemanden anschreien. Man kann aber schon mal nachfragen und ein Gespräch mit dem Schiri aufsuchen.

Was war dein bisher prägendster Moment im Beachvolleyball?

Dirk: Für mich, dass ich letztes Jahr die Quali mit Lukas Pfretzschner geschafft habe. Das war nämlich das erste Mal, wo ich wirklich aktiv Sideout spiele musste. Bei dem Spiel haben wir noch dazu im Tiebreak 18:16 gewonnen und dann war es richtig erlösend, es endlich geschafft zu haben und nicht nach einem Tag schon wieder abreisen zu müssen.

Max: Bei mir war das 2017 bei der Militär-WM als ich mit Jony gegen die amtierenden Weltmeister gespielt habe. Am Anfang des Spiels haben die ziemlich viel Asse gemacht, dann aber konnten wir uns doch noch hineinkämpfen und haben das Spiel tatsächlich gewonnen. Da habe ich dann gemerkt, dass ich vielleicht auch mal Richtung World Tour schauen sollte, wo es noch hingehen kann. Auf jeden Fall war das ein enormer Motivationsschub für mich, gegen die Jungs zu gewinnen.

Was war deine bisher schlimmste Verletzung?

Dirk: Richtig schlimm verletzt war ich Gott sei Dank noch nie. Ich habe mir nur Mal das Daumenendglied gebrochen, weil ich mir eingebildet hab, einen harten Schlag beim Einspielen pritschen zu müssen. Das war aber sehr unangenehm, weil ich dadurch sechs Wochen draußen war.

Max: Ich bin auch bisher echt gut von Verletzungen verschont geblieben. Letztes Jahr bin ich zwar umgeknickt und habe mir ein Band angerissen beim Fuß, aber das hat kurz gedauert und dann war ich gleich wieder fit.

Wie kriegt ihr den ganzen Sand aus dem Bad?

Dirk: Puh, vielleicht hast du da einen Tipp… Das schlimmste, finde ich aber, ist der ganze Sand in der Waschmaschine, der sich in diesen Gummiverdichtungen sammelt. Ich muss da dann immer mit so einem Ohrstöpsel rein. Der beste Tipp ist wahrscheinlich, sich einfach vor der Wohnung schon komplett nackig auszuziehen, um nicht so viel Sand mit hinein zu nehmen.

Max: Ja, das ist unser Geheimtipp. Erstmal vor der Wohnungstür komplett entkleiden.

Dirk: Aber wenn der Sand ganz trocken ist kann man ihn auch gut einfach so mit der Hand abrubbeln. Ist halt immer die Frage, ob man einen behaarten Körper hat oder nicht. Max ist zum Beispiel wenig behaart und hat sehr weiche Haut. Bei mir hingegen rieselt auch nach dem Duschen noch Sand aus der Brustbehaarug und meine Freundin rastet dann immer aus, wenn das Bett sandig ist.

Habt ihr schon Pläne was nach dem Beachvolleyball kommt? Könntet ihr euch auch vorstellen als Trainer zu agieren?

Dirk: Weiß ich nicht genau. Also mein Ende ist ja ein bisschen näher als Max sein Ende, von daher könnte ich mir schon vorstellen Trainer zu werden, allerdings in der Halle. Aber auch so technischer Direktor bzw. Sportdirektor könnte ich mir gut vorstellen. Kaderzusammenstellung und Budgetplanungen zu machen finde ich eigentlich ganz spannend. Es ist auf jeden Fall sicher, dass ich, auch wenn ich aktiv nicht mehr Volleyball spiele, dem Sport erhalten bleibe.

Max: Naja, ich habe jetzt auch schon Kurse und Training hier und da gegeben und gemerkt, wie das so ist, aber zum jetzigen Stand möchte ich nicht hauptberuflich Trainer werden. Ab und zu macht‘s aber schon Spaß.

Habt ihr eine Prognose, wer die Liga des anderen Geschlechts gewinnt?

Dirk: Der, der seinen Körper am besten managen kann! Ich glaube Borger/Müller haben ganz gut durchgezogen in der letzten Woche, daher würde ich denen die größten Chancen zurechnen. Es hat mich schon sehr begeistert, wie die da so dranbleiben.

Wer kommt sonst noch so ins Final Four bei den Frauen?

Dirk: Behrens/Tillmann natürlich. Ist halt die Frage, ob noch Verletzungen dazu kommen, aber Behrens/Tillmann sind auf spielerischem Niveau ganz solide. Klinke/Ottens, finde ich, spielen auch sehr gut. Mein letzter Tipp ist noch Gernert/Schulz, obwohl die in der ersten Woche noch nicht so ganz performt haben, auch weil sie sich noch einspielen müssen.

Max: Ja, die sehe ich auch drinnen.

 

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