“Lieber einmal drüberfahren“ – Interview mit Glücklederer/Kühlborn

Glücklederer/Kühlborn

Nun gibt es auch das Leipziger Team Sympathisch/Sympathisch im Interview. Viel Spaß!

 

Was wolltest du früher immer mal werden?

Jannik: Jurist, wie meine Eltern.

Felix: Polizist, nicht wie meine Eltern.

 

Wurdest du schon mal erkannt?

Jannik: Außerhalb vom Volleyball nicht. Das einzige, was ab und zu passiert, ist dass ich mich mal Unbekannten vorstelle und die dann sagen „Ja, ich weiß wie du heißt.“.

Felix: Außer Volleyball nur mal von Leuten, die man zwei Tage vorher beim Feiern kennengelernt hat.

 

Dein letzter Fehleinkauf?

Jannik: Ein kariertes Hemd, in zu klein leider. Sonst ist ein kariertes Hemd nie ein Fehleinkauf, aber es ist leider nach dem ersten Mal waschen eingegangen.

Felix: Ich kaufe nur richtig… Ich überlege nochmal, kein Kommentar erstmal.

Jannik: Nein Quatsch, mein letzter Fehleinkauf war Freitag ein Burger bei KFC der absolut ekelhaft war.

 

Stadt- oder Strandturnier?

Felix: STRAND!

Jannik: Strand Strand Strand Strand Strand.

 

Deine Lieblingssportart außer Volleyball?

Jannik: Strand… äh… Badminton, Tennis und auch Darts. Eigentlich alles außer Joggen und Schwimmen. Football find ich auch geil.

Felix: Darts, Tennis, Ultimate Frisbee und Schach. Schach ist sehr gut zum Runterkommen und zum Geist anstrengen.

 

Sieg im Tie-Break oder totale Dominanz?

Felix: Definitiv zweiteres. Wir hatten letzte Woche einige Siege im Tie-Break, dann doch lieber einmal drüberfahren. Aber ist unwahrscheinlich, von daher… Sieg ist immer gut. Normalerweise ist mir ein knappes 2:1 lieber als ein 2:0 und wir sind ja bekannt dafür, in Spielen, die wir 2:0 gewinnen könnten, mal schnell 6 Punkte abzuschenken und wieder ein spannendes Spiel daraus zu machen. Aber gerade in diesem Modus hier bei der Beachliga freut mich sich über jedes klar Spiel – also hier 2:0, sonst 2:1.

Jannik: Agree.

 

Was treibt dich voran?

Jannik: Also heute weiß ich noch nicht genau, was mich motivieren wird…

Felix: Eine kühle Brise. So ein leichtes bis mittelstarkes Windchen motiviert mich immer. Eigentlich ist es aber der Spaß am Zocken.

Jannik: Genau. Physisch muss ich nicht mal perfekt fit sein, aber wenn ich mental ausgeruht bin und mich einfach freu, später auf dem Court zu stehen, brauche ich nichts was mich noch extra antreibt. Wir stellen uns dann halt aufs Feld und ich weiß, dass es ein geiles Spiel wird und dass wir daraus einen geilen Zock machen. Ansonsten sind mir Zuschauer, Preisgeld und ähnliches egal.

Felix: Egal? Das kann man jetzt echt falsch verstehen!

 

Hast du ein Ritual vor jedem Spiel?

Jannik: TK, Mentaltraining, Daddeln, Powerdaddeln, einshotten. Also wirklich nicht einschlagen, sondern nur shotten.

 

Was würde dich dazu bringen, mal gegen den Pfosten zu treten?

Felix: Also mir passiert das extrem selten, aber es gibt eine klare Antwort: mehr als 30 Grad. Wirklich, ich werde richtig aggressiv bei großer Hitze, obwohl ich sonst wirklich voll entspannt bin.

Jannik: Ich erinnere mich an ein Spiel letztes Jahr, an dem es ungefähr 20 Grad warm war, oben an der Küste bei Kühlungsborn, wo du sehr kurz davor warst an den Pfosten zu treten. 😉

Felix: Ah ja… stark monierende Gegenspieler, die sich über weitgehend richtige Schiedsrichterentscheidungen laut beschweren. Will‘ ja keine Namen nennen, aber es gibt in Deutschland ein Team, dass damit Aufmerksamkeit erregt hat… *Hust* Becker/Schröder *Hust*

Jannik: Ja… Wenn mir Gegenspieler auf den Zeiger gehen. Es gibt Spieler, die hat man gerne als Gegner, und dann noch ein paar, die mag man da gar nicht. Auf dem Court natürlich, neben dem Court meinen wir nicht.

 

Wie reagierst du auf schlechte Schiris?

Jannik: Ich versuch´s im Idealfall in so eine Art innere Aggressivität umzuwandeln.

Felix: Ich akzeptiere die Entscheidungen normalerweise immer. Klar, mal hier und da nachfragen, aber es sind meist die Spieler, die mit ihrem „Unfair-Play“ bei Schiris Fehler provozieren. Im Beachvolleyball müsste das echt nicht stattfinden, das praktiziert dann leider doch der ein oder andere Spieler.

 

Was war dein bisher prägendster Moment im Volleyball?

Jannik: Unser erstes gemeinsames A+ Turnier in Kiel, wo wir gegen Marcus Popp und Milan Sievers gewonnen haben. Marcus Popp ist ja berühmt und Milan, den ich da das erste Mal gesehen habe, ist da gefühlt über das Netz gesprungen. Gegen die beiden dominiert und gewonnen zu haben war ziemlich prägend. Die Teilnahme an der DM… und auch der erste dritte Platz in Saint Peter-Ording war auch heftig, als wir gegen Becker/Schröder das klar bessere Team waren, obwohl die ein paar Jahre vorher das Maß der Dinge in Deutschland waren. Aus dem Urlaub nach Saint Peter-Ording gefahren, gegen Becker/Schröder gewinnen, zurück in den Urlaub fahren – das war schon exzellent.

Felix: Der Sieg in Karlshagen. Oder das Trainingslager in Zingst mit 17, das abgebrochen wurde, weil Mädels und Jungs Kontakt hatten und gefeiert haben, da wir dann im Anschluss nach Prerow gefahren sind. Und natürlich jedes Turnier, jedes Spiel, jeder Block von und mit Jannik prägt sich bei mir ein.

 

Was war deine schlimmste Verletzung bisher?

Jannik: Dreimal die Schulter ausgekugelt. Aber es war nur die linke: zwei Mal beim Abwehren, einmal beim Blocken. Es war so der erste heiße Tag, ich habe mich perfekt mit drei Bier auf´s Training vorbereitet… auf jeden Fall habe ich im Block gesehen, dass es ein Shot wird. Der Ball war auf Gesichtshöhe, und als ich von oben runter gegriffen habe, passierte es dann.

Felix: Der allgemeine körperliche Verfall.

 

Wie kriegst du den ganzen Sand aus der Wohnung?

Jannik: Ich kriege das gar nicht mehr mit.

Felix: Mitte September mit einem Klärkommando. Von April bis September ist da halt Sand, dann wird einmal sauber gemacht.

 

Schon Pläne, was nach dem [Profi]Sport kommt?

Jannik: Nach dem was? Ich studiere gerade auf Master, weiß aber noch nicht was danach kommt.

Felix: Ich arbeite im Winter Vollzeit und im Sommer 20 Stunden.

Grüße an den Neustädter See.

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